Seniorentreff der Diakoniestation

Guten Tag, wir -Sabine Humpert und Dorothea Wirth- sind die Koordinatorinnen des Seniorentreffs der Diakoniestation Idsteiner Land. Wir treffen uns jeden Montag und Dienstag in der Zeit von 14.30 h bis

17.30 h  im Gemeindehaus der St. Thomas Gemeinde in Waldems-Esch.

 

Der Seniorentreff richtet sich an Menschen mit und ohne Demenz.


  Gemeinsam mit Ihnen möchten wir

  • Zeit verbringen
  • Zeit gestalten
  • Zeit haben
  • Zeit miteinander teilen

Wir fördern Selbstständigkeit, Fähigkeit, Fertigkeiten, Wohlbefinden und Lebensqualität der von uns begleiteten Menschen. Gemeinsam gestalten wir passend zu den Jahreszeiten und dem Kirchenzyklus unser Programm:

  • gemütliches Kaffee trinken
  • gemeinsam spazieren gehen
  • lesen, singen, erzählen
  • bewegen und tanzen
  • kochen oder backen
  • und was Sie noch gemeinsam tun möchten...

Auf Wunsch findet vor dem ersten Besuch ein Kennlern-Gespräch statt.

 

Die Kosten für Ihren Besuch des Seniorentreffs übernimmt die Pflegekasse bis zu einer Höhe von jährlich 1.248 € bzw. 2.496 € je nach Schwere der Einschränkungen des Demenzkranken in seinen Alltagsbewältigungsfähigkeiten. 

Sprechen Sie uns an, um Näheres zu erfahren:

Telefon: (06126) 94 18 10

E-Mail: Betreuung.ds.idstein@ekhn-net.de

Rücksicht auf alle Bedürfnisse

Diakoniestation Idsteiner Land eröffnet ganztätigen Seniorentreff

 

Wer bisher am Montag- oder Donnerstagnachmittag am Seniorentreff teilgenommen hat, der weiß, wie liebevoll hier das Motto umgesetzt wird, gemeinsam Zeit zu verbringen und zu gestalten. Auch den neuen Ganztagstermin für ältere Menschen mit und ohne Demenz am Dienstag füllt Dorothea Wirth, ständige Koordinatorin, zusammen mit Sabine Kramer souverän und phantasievoll mit Anregungen und gemeinsamer Beschäftigung.

 

Vormittags sind fünf Damen und Herren erschienen; ein Teilnehmer ist unruhig: er fragt von Zeit zu Zeit, wann ihn seine Frau abholen kommt. Geduldig erhält er wiederholt die gleiche Antwort, dass es noch etwas dauern wird. Da er früher bei der Bank gewesen sei, erzählt Wirth, beschäftige er sich gerne mit Rechenaufgaben, die sie ihm gelegentlich stelle. Heute lässt er sich dafür gewinnen, in Begleitung einen kleinen Gang im Freien zu unternehmen, denn die Sonne scheint, und Bewegung beruhigt. Bei seiner Rückkehr treffen bereits die ersten der ca. acht zusätzlichen NachmittagsteilnehmerInnen ein, und allmählich beenden auch die anderen ihre Mittagsruhe, die sie ungestört in einem Nebenraum des Escher Gemeindezentrums in Sesseln mit Decken und hochgelegten Füßen verbringen konnten. „Nicht alle, aber einige brauchen diese Ruhe, von halb zehn bis halb sechs ist es ein langer Tag und für viele eine Umstellung“, erklärt Wirth. Natürlich werden in dieser Zeit auch ggf. benötigte Medikamente verabreicht.

 

Am Morgen hat man nach einer kleinen Begrüßung mehrere Lieder gesungen und unter anderem das Herbstgedicht „Herr von Ribbeck“ vorgelesen, das einige Teilnehmer noch auswendig können; sie haben Freude an den Erinnerungen, die damit verbunden sind. Im Anschluss wird gemeinsam das Mittagessen vorbereitet: Kartoffeln werden geschält, Möhren geraspelt, der Tisch gedeckt…  das immer frisch selbst gekochte Mittagessen – heute Putengeschnetzeltes mit Rohkost-Tomatensalat – schmeckt nicht nur besser als eine Fertigmahlzeit, es ist auch gesünder, und vor allem: jeder kann nach seinen Möglichkeiten etwas dazu beitragen. Für die nächsten Wochen hat man bereits gemeinsam einen Speiseplan mit Lieblingsgerichten wie Reibeplätzchen oder Wirsing erstellt. Dass heute auch noch gleich zwei Kuchen dazu gebacken werden, liegt an den vielen Teilnehmern, die zum Kaffee an der mit Lavendel und Kürbissen, Kastanien, Kerzen und bunten Blättern herbstlich geschmückten Tafel erwartet werden.

 

Danach hat Wirth die individuelle Gestaltung einer Leinwand geplant: jeder kann mit dem eigenen Foto, Texten, Malerei bzw. Dekoelementen sein ganz persönliches Aushängeschild kreieren. „Alle Leinwände werden anschließend aufgehängt, damit jeder weiß, dass er hierher gehört“, sagt Wirth.

 

Dank der unterstützenden Zusammenarbeit mit der Gemeinde Esch und der katholischen Kirche sind weitere Teilnehmer zu beiden Terminen – dem Montagnachmittag von 14.30-17.30 Uhr und am Dienstag 9.30-17.30 Uhr  - im Gebäude der katholischen Kirchengemeinde St. Thomas herzlich willkommen. Für das gesamte Idsteiner Land gibt es dank ehrenamtlicher Hilfe einen Hol- und Bringservice. Anmeldung (auch zum Schnuppertag) erbeten unter Telefon: (06126) 94 18 10; E-Mail: Betreuung.ds.idstein@ekhn-net.de.

 

 Bericht: Marion Diefenbach; Foto: Dorothea Wirth

 

Tolle Ideen und Anregungen

Seniorengruppe der Diakoniestation Idsteiner Land

Eine liebevoll dekorierte Kaffeetafel: Um die traditionelle „Donnerstagskerze“ liegen Muscheln, Fische, Seesterne, Schiffchen, ein Seehund. Selbst gebackener Streuselkuchen mit Pudding- oder Apfelfüllung, frischer Kaffee und kalte Getränke stehen bereit, als Sabine Kramer das passende Gedicht „Urlaubsreise“ zum  heutigen Motto „Meer“ vorliest. Dass man im Urlaub „nur tanzen und schwimmen, nur schlemmen und küssen“ soll, erheitert die älteren Herrschaften. Sie fahre noch zu ihrer Tochter nach Bayern, sagt eine von ihnen sofort. Eine andere erzählt, dass sie früher in Berlin ein Reisebüro geleitet hat. Und dass man kürzlich mit dem Bus einen Ausflug in den Opelzoo unternommen habe, fällt ihnen wieder ein – „aber ohne Kamelreiten!“ lautet die schmunzelnde Beanstandung.

Für das weitere Programm hat sich Dorothea Wirth wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen: wegen der Schwüle im Freien bleibt man zwar im Gebäude der katholischen Kirchengemeinde St. Thomas; trotzdem „werden wir heute einen Barfußpfad anlegen“, kündigt sie an, „und dürfen uns alle mal die Füße schmutzig machen!“ Sie rollt im Vorraum des Gemeindehauses eine Folie aus, auf der sie verschiedene Untergründe vorbereitet: Wasser in einer kleinen Schüssel, selbst gesammelte runde Kieselsteine, Gras, Torferde und Sand, der noch schnell von draußen geholt wird. Sofort zieht die erste Mutige Schuhe und Strümpfe aus und geht mit Hilfe beider Betreuerinnen langsam und nachspürend über den Pfad. „Das Gras ist wunderbar weich… früher auf Lanzarote hatte ich auch immer die Füße im warmen Sand… wann haben wir zuletzt in der Sandkiste gespielt... das tut richtig gut!“ ermutigt sie die anderen, die fasziniert zugeschaut haben. In jedem Fall „erfinden die Koordinatorinnen immer was Neues, und sie haben tolle Ideen!"

Im Anschluss gehören Gedächtnistraining und ein Spaziergang oder, wenn das nicht möglich ist, Sitztanz bzw. –gymnastik zum Nachmittagsprogramm, das montags und donnerstags von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr stattfindet und einen Hol- und Bringdienst für das gesamte Idsteiner Land umfasst. Weitere Teilnehmer seien herzlich willkommen, erklären die Koordinatorinnen. Auskunft für Interessierte erteilt die Diakoniestation gerne.  Zu den jeweiligen Themen, die auf die Jahreszeiten abgestimmt sind, gehören u a. ein „Erdbeernachmittag“, „Fasching“, Weihnachtsbasteln und –gestecke oder der Besuch einer Kräuterexpertin. Vor zwei Wochen habe man auch mal gemeinsam Sommermus gekocht, erzählt Wirth. Gemeinsames Kochen und gemeinsames Mittagessen sind auch für die geplante Ganztagsgruppe vorgesehen, die ab Oktober von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr in St. Thomas stattfinden soll. In Zukunft möchte man nach Möglichkeit auch den benachbarten Kindergarten in die Aktivitäten einbinden – und dann wird es wohl in den Seniorengruppen noch lebendiger zugehen.

Bericht und Foto: Marion Diefenbach